Corona-Tagebuch
von Holger Tuttas



Covid-19, Coronavirus SARS-CoV-2, kurz: Corona.

Das eklige kleine Ding hat in relativ kurzer Zeit bereits zig Tausend Menschen dahingerafft hat und die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Und ja, es macht auch mir Angst. Große Angst!

Denn: wie geht's weiter? Werde auch ich krank? Wenn immer mehr meiner Auftraggeber dicht machen, bekomme ich dann überhaupt noch Aufträge? Kann ich meinen Laden am Laufen halten oder muss ich zukünftig von meinen Ersparnissen leben und werde schließlich sogar pleite gehen? Werde ich womöglich sogar sterben? Ich gehe davon aus, dass den meisten von uns solche Gedanken nicht fremd sind ...

Da "sich etwas von der Seele schreiben" bekanntermaßen funktioniert, habe ich am Donnerstag, dem 12. März 2020, beschlossen ein Corona-Tagebuch zu führen. Am Freitag darauf habe ich entschieden mein Tagebuch öffentlich zu machen. Denn es ist offensichtlich, dass auch andere große Angst haben. Und getreu dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" kann ich mit meinen Gedanken vielleicht etwas zur Linderung der Angst anderer beitragen. Du bist nicht allein. Diese Erkenntnis machte zumindest mir bisher in unguten Zeiten immer Mut ...

Ich wünsche allen Menschen Kraft. Überall auf der Welt arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an Heilmitteln und Impfstoffen. Bis dahin heißt es: "Durchhalten!"

Die Blödies unter uns bitte ich sich an die Empfehlungen der Regierungen und Gesundheitsorganisationen zu halten. Denn weil einige sich nicht an Regeln halten, müssen alle leiden. Das kann nicht lange gut gehen ...

Bleibt gesund!

Euer
Holger Tuttas


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Freitag, 13. März 2020

Überall leere Regale – wie im Krieg
Und die ersten Kriegsgewinnler ...


Durch die Hamsterkäufe mancher Menschen leeren sich die Regale in den Supermärkten. Für mich ein äußerst beklemmender Anblick. Denn so muss es wohl auch in Kriegszeiten aussehen. Und genau wie in einem Krieg werden auch die ersten "Kriegsgewinnler" bekannt:

Wie ein 24-Jähriger mit Mundschutzmasken Millionen macht (bento)

Mein spontaner Gedanke: Wie man auf Youtube überall sehen kann, sind viele Jugendliche heute "durchkommerzialisiert", also an das kapitalistische System bestens angepasst. Wie kommt solch eine Nachricht also wohl bei heutigen Jugendlichen an? Sind Typen, die Notsituationen ausnutzen, heute womöglich Helden und/oder Vorbilder? Irgendwie ein (weiterer) gruseliger Gedanke ...






Montag, 16. März 2020

Kratzen im Hals und Klopapier alle ...
und der Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen


Shit, heute Morgen habe ich ein leichtes Kratzen im Hals – ich werde doch wohl nicht ... ? Spannend, wie ich bereits auf Mini-Symptome anspringe ... Jetzt aber mal keine Panik und abwarten.

Mein Klopapier geht zur Neige. Und in den Medien kursieren diverse Nachrichten, dass die Deutschen wie blöd Klopapier hamstern und dieses dadurch inzwischen überall ausverkauft sei.

Tatsächlich, als ich heute Klopapier kaufen wollte, bei Aldi, bei dm, bei REWE, bei LIDL und bei der METRO überall das gleiche Bild: leere Regale. Klopapier: Fehlanzeige. Das gleiche Bild bei Desinfektionsmitteln.

By the way: ich entwickle bereits eigene Anti-Corona-Strategien. Heute ist mir bewusst geworden, was man alles beim Einkaufen anfassen muss. Deshalb habe auch ich jetzt angefangen zu hamstern: Einmal-Handschuhe. Diese liegen ab sofort griffbereit auf dem Beifahrersitz meines Autos.

Was mache ich jetzt, wenn ich wochenlang kein Klopapier bekomme? Gott sei Dank habe ich nette Nachbarn. Die gegenseitige Klopapier-Aushilfe ist vereinbart und die Versorgung damit zukünftig wohl gesichert! :-)


Der Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen laut dem französischen Kabarettisten "Alfons" in SWR1: "die Franzosen kaufen Rotwein und Kondome, die Deutschen Klopapier". :-)






Dienstag, 17. März 2020

Corona-Partys ...
oder: wie blöd und ignorant kann man sein?


Cool, das Kratzen, das ich gestern im Hals hatte, ist heute wieder weg – puhhh ...


Gerade bin ich von der Arbeit heim durch die Günther-Klotz-Anlage (für Nicht-Karlsruher: Parkanlage im Südwesten von Karlsruhe) geradelte und mich traf fast der Schlag: da saßen lauter Grüppchen von Jugendlichen rum oder spielten Volleyball und hatten Spaß. Hurra, keine Schule! Party! Hä? Seit Tagen wird uns rund um die Uhr erklärt, dass wir soziale Kontakte weitgehend meiden sollen. Warum ignorieren die das alle?

Der Gedanke, dass wegen weniger Deppen alle demnächst eine Ausgangssperre bekommen werden, macht mich sauer und ich schreibe einen Leserbrief an die Badischen Neusten Nachrichten:

"Zweck der drastischen Maßnahmen wie Schließung von Schulen und Betrieben ist eigentlich, dass die Menschen weitgehend soziale Kontakte und damit die Verbreitung des Corona-Virus vermeiden. Wie heute in der Günther-Klotz-Anlage zu sehen war, wird das Gegenteil praktiziert: hurra, wir haben frei, es ist tolles Wetter, wir machen Party in der Klotze! Liebe Leute, da Ihr's leider (wieder mal) selbst nicht blickt, hier (wieder mal) eine Warnung von mir: unser Ministerpräsident sagte heute, dass eine Ausgangssperre im Moment nicht vorgesehen sei. Wenn aber die Schließung von Schulen und Betrieben sinnlos ist weil sich die Menschen dann im Park treffen, was glaubt Ihr wohl, was dann in Kürze passieren wird? Richtig, die Verhängung einer Ausgangssperre. Und darunter leiden dann alle. Nicht gut. Gell?"






Mittwoch, 18. März 2020

Hurra! Klopapier! Hat Corona auch was Gutes?
Und die Ansprache der Bundeskanzlerin


Heute ist es mir gelungen bei dm eine Packung Klopapier zu kaufen. Yeah! Interessant: ich hatte bisher noch nie Glücksgefühle beim Klopapierkauf. :-) Lernen wir konsumverwöhnten Menschen wieder etwas Bescheidenheit und uns über kleine Dinge, wie das Ergattern einer Packung Klopapier, zu freuen? So könnte man Corona tatsächlich auch was Gutes abgewinnen ...


Am Abend die Ansprache der Kanzlerin. Ich geb's zu: ich war ergriffen! Einfach deshalb, weil ich BEgriffen habe, dass die Kacke wirklich arg am dampfen sein muss, wenn sich Bundeskanzler(innen) neben Ihren sonstigen Ansprachen zum Jahreswechsel außerfahrplanmäßig ans Volk richten ...

Da nun auch der Kanzlerin die Blödies aufgefallen sind, wie ich sie gestern in der Günther-Klotz-Anlage gesehen habe und da lustigerweise heute MEIN Begriff "Corona-Partys" auch schon überall durch die Medien geistert, braucht es meinen Leserbrief nicht mehr. Ich habe die BNN angerufen und ihn zurückgezogen.

Die Frage nun: die Ansprache der Kanzlerin war ein deutlicher Schuss vor den Bug. Werden es die Blödies jetzt endlich begreifen, dass sie ihre sozialen Kontakte reduzieren müssen?






Donnerstag, 19. März 2020

Neue Corona-Strategie
und ein Sechser im Lotto!


Ab sofort stinke ich! Und zwar nach Knoblauch. Denn: diversen Studien zufolge soll Knoblauch antiviral wirken. Ich habe also vor ab sofort jeden Tag mindestens zwei Zehen rohen Knoblauch zu verputzen. Schaden kann es sicher nicht. Und da man ja eh zwei Meter Abstand wahren soll, muss ich mir um die Geruchsbelästigung, die ich ab sofort darstelle, eigentlich auch keinen Kopf machen. Vielleicht sogar gar nicht schlecht: wer mich nicht riechen kann, steht eindeutig zu nah bei mir! Knoblauch als Abstands-Indikator. :-)

Auch frischer Ingwer und Zitronenmelisse sollen antiviral wirken. Auch die beiden baue ich jetzt in meinen regelmäßigen Speiseplan ein. Vielleicht hilft's ja ...


Heute hatte ich ein weiteres Einkaufs-Hochgefühl! Es war wie im Film. Kein Witz: Bei dm waren die Regale wie immer leer. ABER: ganz oben auf einem Regal stand ein einsames Sagrotan-Fläschchen ... Ich legte natürlich gleich nen Zahn zu und hab das Fläschchen auch tatsächlich bekommen! Unsagbare Freude! Ein Hochgefühl wie Weihnachten, Geburtstag und Lotto-Gewinn auf einmal – wegen eines Fläschchens Sagrotan! :-)






Freitag, 20. März 2020

Shit: Mein Husten wird schlimmer!
... aber trotzdem mal keine Panik!


Mein Husten wird schlimmer. Natürlich neigt man in diesen Zeiten – zumal Husten ein typisches Corona-Symptom sein kann – gleich zur Panik ... ABER: auch meine Augen jucken wie blöd, was nun wieder überhaupt nichts mit Corona zutun hat. Ergo: Mein Kratzen im Hals am Montag, raue Lippen, Husten und juckende Augen sind typische Symptome einer Pollen-Allergie wie sie mich jedes Jahr im Frühling heimsucht und wie ich sie seit Jahrzehnten kenne. Von Fieber, dem – wenn ich das richtig mitbekommen habe – einzig wirklich verlässlichen Corona-Symptom, keine Spur. Also mal keine Panik. Ruhig Blut und wieder runterkommen ...

Fleißig weiter Knoblauch, Ingwer und Zitronenmelisse essen, Menschen meiden, viel Händewaschen UND: hoffen! :-)


Erkenntnisse dieser Woche:
1. Ruhe bewahren! Nicht jedes Kratzen im Hals ist Corona.

2. Tatsächlich scheint der regelmäßige Nachschub – auch mit Klopapier – gewährleistet zu sein. Man muss nur schneller sein als die anderen. :-)

3. Das Verhalten einiger Menschen ist beängstigend. Es sind ja nicht nur die "bösen" Jugendlichen, die im Park Party machen, im Fernsehen kann man überall auch fröhliche Erwachsene in Straßencafés sitzen sehen – von zwei Metern Abstand keine Spur. Wie kann das sein?

Nun, den Menschen werden seit Jahrzehnten von der Werbeindustrie Slogans wie "Hauptsache Ihr habt Spaß" oder "Warum macht er das? Weil er es kann!" eingehämmert. Das zeigt natürlich Wirkung. Kann man von derart manipulierten Menschen respekt- und verantwortungsvolles Handeln erwarten? Nö, kann man nicht. Das, was wir jetzt bei Corona erleben, ist nichts anderes als das, was wir seit Jahren im Straßenverkehr beobachten können: die Rücksichtslosen sind sich meist keiner Schuld bewusst. Schlimmer noch: wenn man sie wegen ihres Verhaltens belangt, fangen sie an zu heulen, fühlen sich ungerecht behandelt und beschweren sie sich über die "Bevormundung" durch den bösen Staat. :-(

Vielleicht hat auch hier Corona was Gutes und die Menschen fangen, wenn das große Sterben wie in Italien auch bei uns kommt, mal an nachzudenken ob ein möglichst dekadenter Lebensstil wirklich das erstrebenswerteste Ziel im Leben ist oder ob die Rückbesinnung auf "alte Werte" und das Wiedererlernen rücksichts- und respektvollen Verhaltens doch erstrebenswerter sind ...
Montag, 23. März 2020

In die Werkstatt trotz Corona ... !?


Vor etwa sechs Wochen habe ich die rechte Seitentüre meines Autos samt Außenspiegel geschrottet. Heute ist der Werkstatt-Termin.

In die Autowerkstatt trotz Corona? Dabei müssen mehrere Menschen mein Auto zwangsläufig anfassen … Sehr ungutes Gefühl. Andererseits: Die Werkstatt hat natürlich auch nur Notbesetzung und wer weiß, wann ich wieder einen Termin bekommen werde. Und wird die Situation in einem halben Jahr oder in einem Jahr besser werden? Werden die Reparaturkosten von ca. 2000 Euro wirklich direkt von der Werkstatt mit der Versicherung abgerechnet oder muss ich die vorstrecken? Es könnte sein, dass Corona meine berufliche Existenz bedroht. Dann wäre es natürlich Wahnsinn 2000 Euro von meiner Reserve in eine Autotüre zu investieren. Nach Abwägung und Klärung all solcher Fragen habe ich beschlossen, mein Auto in die Werkstatt zu bringen.

Zündschlüssel, Lenkrad, Handbremse, Schalthebel und alle Teile, die mir einfielen, die angefasst werden müssen, habe ich mit mehreren Lagen Frischhaltefolie umwickelt. Am Armaturenbrett habe ich einen Zettel mit der Bitte an die Service-Leute angebracht, nur Teile anzufassen, die unbedingt angefasst werden müssen.

In dem mir vom Autohaus zur Verfügung gestellten Ersatzfahrzeug habe ich bei der Übergabe (natürlich mit Handschuhen) erst den Schlüssel, dann am Auto alle Teile, die ich anfassen muss, desinfiziert.

Wenn ich bei der Abholung meines Wagens in ein paar Tagen und beim Entfernen der Folie wieder Einmalhandschuhe trage, und alle wieder freigelegten Teile anschließend zur Sicherheit noch mit Sagrotan abreibe, sollte die Gefahr gering sein. So mein Plan, meine Hoffnung …

Dickes Lob an das Auto-Haus (Auto-Krasser in Ettlingen): auch die Leute dort haben sich viele Gedanken über Corona gemacht und viele Vorkehrungen getroffen zu ihrer Sicherheit und der ihrer Kunden. Im Gespräch (natürlich mit mindestens 2 Metern Sicherheitsabstand) mit dem Werkstattleiter wurde deutlich: in diesem Jahr ist alles anders. Aber wir sitzen alle im selben Boot und die meisten von uns, egal ob kleiner Grafik-Fuzzy oder großes Autohaus haben ganz ähnliche (Existenz-) Ängste ...






Dienstag, 24. März 2020

Schlechtes Gewissen ...
und: Bärlauch gegen Corona ... !?


Heute Morgen bin ich mit schlechtem Gewissen aufgewacht, denn mein Gejammere der letzten Tage ist mir etwas peinlich. Vergleichsweise bin ich nämlich ziemlich gut dran! Dadurch, dass ich keinen direkten Kundenverkehr bei meiner Arbeit habe, KANN ich nämlich noch arbeiten, habe wenigstens noch kleine Aufträge und bei mir kommt wenigstens noch etwas Kohle rein. Wie geht es wohl den Kneipenwirten oder den Friseuren, die ihre Läden komplett dicht machen mussten und die nun schlagartig gar kein Einkommen mehr haben?

Ich machte gestern ne riesen Show wegen meines Autos, nur weil es von zwei oder drei Leuten in der Werkstatt angefasst werden muss. Wie geht es wohl all den Ärzt*innen(?), Pfleger*innen und Verkäufer*innen, die tagtäglich mit hunderten von Menschen zu tun haben müssen?

Ich habe keine Kinder. Bei mir ist es wunderbar ruhig. Wie geht es wohl all den Familien, deren Familienmitglieder nun womöglich monatelang rund um die Uhr zusammenhocken müssen und die sich zunehmend gegenseitig auf die Nerven gehen?

In meinem Alter gehöre ich zwar bereits zur Gruppe der stärker gefährdeten Menschen. ABER: ich bin noch weit entfernt von der Gruppe, die sich wirklich Sorgen machen muss! Wie geht es wohl all den alten Menschen, die wissen, dass, wenn sie's erwischt, Corona für viele von ihnen wahrscheinlich tödlich verlaufen wird ... ?

An dieser Stelle möchte ich mal meine Hochachtung für all diejenigen aussprechen, die in diesen fiesen Zeiten deutlich mehr leisten und leiden müssen, als ich! Und auch mal ein großes Lob an die, die sonst eher sehr selten gelobt werden: die Damen und Herren unserer Regierungen. Ich kann mir nur vage vorstellen, was die zur Zeit den ganzen lieben langen Tag lang quatschen, erleben und entscheiden müssen. Wenn ich die dann spät abends immer noch in Live-Interviews im Fernsehen sehe, fällt mir nur ein Wort dazu ein: Respekt!


Meine neue Idee zur Corona-Prophylaxe: Bärlauch! Wie letzte Woche berichtet, verputze ich neuerdings pro Tag zwei Zehen Knoblauch, da einige Inhaltsstoffe von Knoblauch ja antiviral wirken sollen. Am Wochenende hatte ich dann die Idee mit dem Bärlauch – schließlich soll der ja noch gesünder sein und wächst dazu noch gerade in Massen direkt vor unseren Haustüren. Die Recherche bestätigt meine Vermutung – der Verzehr von Bärlauch könnte Sinn machen:

http://www.wildundfrei.net/heilpflanzen/pflanzenmonografien/baerlauch-allium-ursinum/

Um nicht womöglich den Corona mit dem Fuchsbandwurm auszutreiben, rate ich von allen Bärlauch-Zubereitungen, die nicht erhitzt werden, also Pesto und dergleichen, ab! Hier meine ganz einfach zu bastelnde Lieblings-Bärlauch-Zubereitung, die ich vor vielen Jahren mal entwickelt habe:

Bärlauch-"Risotto" à la Tuttas

Zutaten:

  • eine 2/3-Tasse 6-Korn Mischung von Anatura
  • eine 1/3-Tasse Reis (ich nehme Wildreis oder schwarzen Reis)
  • Bärlauch
  • Olivenöl
  • gekörnte Brühe
  • Parmesan
Ich wasche die 6-Korn-Mischung und den Reis in einem Sieb kurz durch und gebe dann alles in einen Glas-Kochtopf bzw. -Auflaufform. Dazu drei Tassen Wasser. Dann das Ganze bei 200°C in den Ofen. Nebenbei: Das Reis-Kochen im Ofen hab ich mal im Fernsehen gesehen. Angeblich kocht kein Chinese – wie wir – Reis auf dem Herd, sondern alle tun das im Ofen. Nachdem ich das mal ausprobiert habe, koche ich Reis auch nur noch im Ofen.

Während das Korn-Reis-Gemisch im Ofen köchelt, wasche ich den Bärlauch und schneide ihn klein.

Nach 40 bis 50 Minuten ist das Wasser im Topf komplett in die Körner übergegangen. Keine Sorge: Durch die Ofen-Garung brennt trotzdem nichts an.

Den Bärlauch gebe ich in eine Tonschüssel. Darauf das heiße Korn-Reis-Geschmisch direkt aus dem Ofen. Dazu etwas gekörnte Brühe und viel Olivenöl. Das Ganze rühre ich dann gut um. Der Bärlauch fällt durch das heiße Korn-Reis-Gemisch zusammen, verliert aber nicht den Geschmack, wie es beim längeren Kochen der Fall wäre und ich bin eigentlich sehr zuversichtlich, dass die Pampe heiß genug ist, um jedem Fuchsbandwurm-Ei den Garaus zu machen.

Zur Sicherheit stelle ich die Portions-Schälchen, in denen ich die Pampe serviere, trotzdem nochmals für 3 Minuten bei voller Pulle in die Mikrowelle. Dann noch nach Gusto etwas Parmesan drüber streuen und ggfs. noch mehr Olivenöl drüberträufeln und: genießen! Wie gesagt: ganz einfach zu machen und ICH jedenfalls find's total lecker.

Dazu passt ganz wunderbar ein nicht zuuu trockener Rotein.






Mittwoch, 25. März 2020

Alle schauen so optimistisch in die Zukunft ...
und: ich huste immer noch :-(


Vielen Dank für die vielen netten Mails! :-) Eines hat mich verblüfft: dass ganz viele Menschen der Meinung sind, nach Corona wird alles anders oder gar besser. Ich wünsche mir das natürlich auch, aber ich bin da doch weit weniger optimistisch. Denn zwei Probleme bleiben:

1. Immer mehr Menschen bedeuten auch immer mehr Probleme und warum sollten die Menschen nach Corona aufhören sich zu vermehren? Eher das Gegenteil könnte passieren ... Ein Leser schrieb mir: "wenn jetzt alle Menschen zuhause sind: wird es Weihnachten 2020 wohl einen Baby-Boom geben?"

2. Nach Zeiten der Not wollen die Menschen vor allem eines: Spaß! Auf Zeiten der Not folgten immer direkt Zeiten der Maßlosigkeit und der Dekadenz. Das war in den 1950er-Jahren nach dem zweiten Weltkrieg so und das war auch so nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Ende der Unrechts-Regime im "Ostblock". Entsprechend war es immer mit dem Zusammenhalt der Menschen. Notzeiten schweißen die Menschen zusammen. Aber danach? Ich fand es immer völlig logisch und verständlich, dass viele Ossis "Ihre DDR" vermissen. Denn unter dem Unrechts-Regime in der DDR gab es einen Zusammenhalt unter den Menschen, den die "freien Menschen" nicht mehr brauchten.


Entsprechend, fürchte ich, wird es sich bei Corona verhalten. Solange die Bedrohung besteht, werden die Menschen bescheiden und demütig sein und zusammenhalten. Sobald Corona aber besiegt ist, werden die Menschen schnell wieder zur Spaßgesellschaft mit all ihren Egoist*innen und Narzist*innen zurückkehren. Zumal die (Werbe-)Industrie sicher alles daran setzen wird, die verlorenen Umsätze wieder reinzuholen ... Bescheidene Menschen bringen keinen Umsatz und sind daher in unserem System unerwünscht. Zu befürchten ist also, dass nach Corona eher noch mehr als bisher zur Maßlosigkeit und Dekadenz aufgerufen wird ... Hoffentlich irre ich mich!


Gefreut haben mich auch die vielen Rückmeldungen zu meiner Idee der Corona-Prophylaxe durch Knoblauch und Bärlauch. Aber – Oh Gott! – bin ich jetzt Schuld, wenn es in den Supermärkten bald keinen Knoblauch mehr geben wird und die Menschen in Horden in die Wälder einfallen und sich um den Bärlauch prügeln ... ?


Mein Husten wird nicht besser. ABER: auch nicht schlimmer! Da ich viel raus gehe (... natürlich allein!), draußen tollstes Wetter ist, viele, viele Birken blühen und starker Wind geht, ist der Pollenflug zur Zeit höchstwahrscheinlich ziemlich extrem. Entsprechend ebenso höchstwahrscheinlich ist mein Husten demnach Pollen-bedingt. Vor allem auch, weil ich mir das Joggen nicht verkneifen kann. Bewegung an der frischen Luft ist für mich einfach lebenswichtig. Und dabei pumpe ich mir natürlich Unmengen Pollen in die Lunge … Wahrscheinlich geht es vielen Allergie-Geplagten zur Zeit ähnlich. Also bleibt locker! Wie gestern Abend im Fernsehen wieder eine Ärztin sagte: in Deutschland werden Normalbürger nur auf Corona getestet, wenn sie starke(!) Atemnot UND hohes Fieber haben. Ich schreib’s mir jetzt auf und hänge es mir über’s Bett und zur Sicherheit auch noch über den Schreibtisch: Holger, solange Du kein Fieber hast: entspann Dich!






Donnerstag, 26. März 2020

Traumhafte Zustände ...
und: ja, ich hamstere jetzt auch


Gerade war ich einkaufen. Hatte was! Donnerstag Mittag und nichts los auf den Straßen. Vermutlich konnte man seit Jahrzehnten nicht mehr so entspannt Autofahren und vermutlich war die Luft schon ewig lange nicht mehr so sauber wie zur Zeit. Toll! Auch wenn ich in den Himmel schaue: kein Flugzeug weit und breit. Vermutlich wurde auch unsere Atmosphäre seit Jahrzehnten nicht mehr so wenig verdreckt, wie gerade. Wenn man dann noch bedenkt, was durch die Produktionspause der Unternehmen überall auf der Welt derzeit alles an Schadstoff-Emissionen eingespart wird, könnte man Corona fast dankbar sein ...

Aber zurück zum Einkaufen: so sehr die Fahrt zum Supermarkt zur Zeit auch Spaß macht, um so weniger macht es das Einkaufen selbst. Je mehr Menschen infiziert sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass mir ein solcher über den Weg läuft – oder er die Supermarktware vor mir begrabbelt. Daher habe ich beschlossen auch etwas(!) zu hamstern. Ich werde sicher keine Vorräte für die nächsten drei Jahrzehnte anlegen wie andere Zeitgenossen, aber immerhin so viele, dass ich nur noch drei oder vier mal im Monat zum Supermarkt muss. Das erscheint mir sinnvoll und richtig (außerdem fahre auch ich dann noch weniger Auto und die Luft wird NOCH besser! ).






Freitag, 27. März 2020

Corona-"Gewöhnung" bereits nach einer Woche?
und: warum kann hier nicht jeder seinen Senf dazugeben?


Gestern Abend bei der täglichen Corona-Informationsversorgung (Tagesschau+anschließende Sondersendung) musste ich feststellen, dass ich, trotz steigender Infektions- und Todesfälle, bereits nicht mehr so gebannt und fassungslos vor der Glotze sitze, wie noch vor einer Woche. Ist das jetzt bereits ein Gewöhnungseffekt? Stumpfe ich bereits ab? Oder ist das doch eher ein natürlicher "Selbstschutz-Automatismus"? Stetige Angst zermürbt und es ist gut vorstellbar, dass das menschliche Gehirn bei stetiger Bedrohung und Angst zeitnah eine Art Empfindungssperre aufbaut, um sich zu schützen ... So erklärt mein Hirn mir gerade, dass 24.082 Tote (Quelle: Johns Hopkins University, Stand: 26.03.2020) weltweit bei einer Weltbevölkerung von ca. 7.785.704.884 Menschen (Quelle: Countrymeters, Stand: 26.03.2020) bedeutet, dass zur Zeit von 324.000 Menschen einer stirbt. Einer von 324.000 Menschen klingt natürlich nicht wirklich beängstigend.

Aber, liebes Hirn, Deine Selbstschutzversuche in allen Ehren, am 20. März war es noch ein Mensch von 770.000 und am 13. März einer von 1,5 Millionen! Natürlich will ich keine unnötige Panik verbreiten, aber eine Abstumpfung kann fatale Folgen haben. Denn wer Angst hat, bleibt vorsichtig. Wer dagegen abstumpft, wird unvorsichtig. Daher halte ich es für sinnvoll, Dich liebes Hirn und all die Menschen, die bereits nach einer Lockerung der Corona-Maßnahmen schreien, auf folgende Statistik aufmerksam zu machen:

Entwicklung der weltweiten Zahl der Todesfälle aufgrund des Coronavirus (COVID-19) seit Januar 2020

Diese Kurve steigt weiterhin steil an! Erst wenn diese Kurve anfängt abzuflachen, DANN können wir eventuell etwas unvorsichtiger werden! Solange sie aber weiter steigt, ist es gut und richtig, dass wir Angst haben und diese unsere Angst behalten, denn dadurch bleiben wir vorsichtig!


Ein paar Leser haben gefragt, warum man hier nicht, wie in anderen Blogs üblich, seinen Senf dazugeben kann – zumal ich dadurch viel höhere Besucherzahlen hätte. Die Antwort ist ganz einfach: wem es ein echtes Bedürfnis ist mir eine Nachricht zukommen zu lassen, der wird mir eine Mail schreiben oder mich anrufen. Ich freu mich, wenn das, was ich hier verzapfe, den einen oder anderen interessiert, amüsiert, unterhält oder zum Nachdenken anregt. Mit all denjenigen jedoch, die die vielen Möglichkeiten im Internet seine Meinung zu hinterlassen hauptsächlich nur deshalb nutzen, weil ihnen langweilig ist oder weil sie sich auskotzen oder rumstänkern wollen, mag ich mich nicht rumärgern.


Highlights & Erkenntnisse dieser Woche:
1. Natürlich diskutieren wir Freiberufler die Tage viel über die staatliche Hilfe. Freund O. (um die 50) aus K. und ich kamen dabei zu der Frage, wie die Bedürftigkeit eigentlich geprüft wird? Wie viele Selbstständige halten sich jetzt wohl für bedürftig, weil sie die monatlichen Raten für Ihre völlig überdimensionierten Luxus-Firmenwagen nicht mehr zahlen können? Eine ähnliche Moral-Diskussion hatte ich mit Freund J. (auch um die 50) aus (einem anderen) K.: wir sind uns einig, dass wir nicht anderen miese Moral vorwerfen und dann selbst unmoralisch handeln können. Somit werden wir wirklich erst dann Hilfe beantragen, wenn wirklich gar nichts mehr geht!

2. Ich habe mir Anfang der Woche das erste Mal im Leben Gedanken über mein Testament gemacht. Natürlich musste ich lachen, als zwei ziemlich gleichaltrige Freunde/Kollegen mir erzählten, dass sie den gleichen Gedanken hatten ...

3. Meine Corona-Prophylaxe-Ideen haben viele Menschen zur Nachahmung angeregt! Freundin H. (gefühlte 45) aus K. recherchierte selbst weiter nach antiviralen Kräutern und regte noch die Verwendung von Thymian und Salbei an. Beide Kräuter kommen natürlich ab sofort in meinen täglichen Anti-Corona-Tee, der sich nunmehr aus den angeblich antiviral wirkenden Kräutern Zitronenmelisse, Thymian und Salbei sowie – für's Gemüt! – Lavendel und Johanniskraut zusammensetzt. Danke H. :-) !

4. Die schönste Stilblüte diese Woche im Radio: "Wegen Corona fällt der Blutritt am diesjährigen Blutfreitag aus" Äh, ja, danke Corona! :-)

Ich möchte diese Woche mit einem Spruch aus den HIV-Hochzeiten schließen: "Immer schön negativ bleiben!"






Montag, 30. März 2020

Wirtschaftsbetrieb Krankenhaus: Beatmung für den Meistbietenden?


Als Wirtschaftsunternehmen steht bei vielen Krankenhäusern nicht mehr der Patient, sondern der Gewinn, bzw. die Kostenminimierung im Vordergrund. In normalen Zeiten mag die Versorgung aller Patienten so gerade noch funktionieren. Die Corona-Pandemie zeigt jetzt jedoch, dass die auf Sparflamme arbeitenden Krankenhäuser echten Herausforderungen nicht gewachsen sind, denn es fehlt sowohl an Personal, als auch an Material.

Vor diesem Hintergrund kam mir am Wochenende ein (weiterer) unguter Gedanke: in Italien müssen Ärzte seit Wochen in Ermangelung ausreichender Mengen an Beatmungsgeräten tagtäglich entscheiden, wer beatmet wird und wer sterben muss. Nur mal angenommen ein Schwerkranker würde einem Krankenhaus jetzt 10000 Euro für die Versorgung mit einem der raren Beatmungsgeräte bieten – wie würde/müsste ein Wirtschaftsbetrieb auf solch ein Angebot eigentlich normalerweise reagieren … ?

Die Stimmen gegen den Privatisierungs-Irrsinn der letzten Jahrzehnte nehmen ja gerade wieder zu – hoffen wir mal, dass wir jetzt vielleicht wirklich was lernen und dass diese Stimmen nach Corona nicht gleich wieder leiser werden ...






Dienstag, 31. März 2020

Die Geschmacklosigkeit des Monats
Und: kein exponentieller Anstieg der Todesfälle mehr?


Eigentlich bin ich nicht sonderlich zimperlich und auch ganz selten nur politisch korrekt. Als heute Mittag in SWR1 aber "Spiel mir das Lied vom Tod" lief, war selbst mir das ne Nummer zu heftig. Ich dachte spontan: "Ach Du Scheiße, in Italien über 10000 Tote und die spielen das Lied vom Tod" ... Liebe Radiomacher, bei vielen Menschen liegen die Nerven blank. Heute begegneten mir gleich zwei, deren Verhalten kurz vor besorgniserregend war. Hallo? Bisschen nachdenken? Songs wie "Highway to hell", "Knocking on heavens door" und vor allem eben auch "Spiel mir das Lied vom Tod" kommen zur Zeit vielleicht irgendwie nicht so gut ...


Wenn ich die bereits letzte Woche auf Statista veröffentliche Grafik (Entwicklung der weltweiten Zahl der Todesfälle aufgrund des Coronavirus (COVID-19) seit Januar 2020) nicht falsch interpretiere, steigt die Zahl der Todesfälle – zumindest die letzten sechs Tage – nicht mehr exponentiell, sondern eher linear. Greifen die weltweiten Maßnahmen? Ein Hoffnungsschimmer?






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